Arbeiten | Produktmanager für Digitales bei MTV

Meine Transmedia-Karriere habe ich seit Anfang 2013 gegen einen Job als Produktmanager für Interaktives eingetauscht. Bei den Viacom International Media Networks Northern Europe kümmere ich mich aktuell um die interaktiven Produkte von MTV. Meine Hauptprojekte sind die iOS & Android App MTV Under The Thumb und die Webseiten von MTV in Nordeuropa.

Blog | iPad Mini, Nexus 7 und die große Enttäuschung eines Tablet-Suchenden.

Ich habe einen Mac und ein iPhone. Über ein iPad denke ich schon lange nach. Als die ersten Gerüchte (zumindest der letzten Gerüchterunde) über ein iPad Mini kursierten, entschied ich mich dann erst mal für’s Warten. Ich fand das große iPad schon immer ziemlich super, aber auch doch zu schwer – gerade zum Lesen. Ein anderes Tablet kam aber eigentlich nie in Frage, da ich weder die Android-Hardware noch die Software bisher ansprechend genug fand.

Dann wurde das iPad Mini endlich angekündigt – und ich war nicht der einzige der sagte: Ja, schick. Prinzipiell genau das, was fehlte. Aber: Warum zur Hölle erstens OHNE RETINA-DISPLAY oder zweitens zumindest halbwegs im Preissegment der Konkurrenz aus den Häusern Google und Amazon? Ich verstand die Welt nicht mehr. Als ich dann noch das erste Mal das an sich sehr schicke Nexus 7 sah, begann ich wieder zu überlegen. Vielleicht hat sich ja doch einiges getan beim kleinen Androiden und ich sollte ihm noch eine Chance geben.

Als ich mich dann heute ganz, ganz zufällig im Media Markt aufhielt, sah ich die beiden Schmuckstücke das erste Mal in echt herumliegen. Also: Ran mit den fettigen Händen. Zuerst das iPad Mini: Klein und leicht liegt es super in der Hand und fühlt sich einfach genau richtig an. Man kann sogar – zumindest mit den entsprechend langen Daumen – wie bei einem Smartphone Texte eingeben. Sehr praktisch. Hinsichtlich der Geschwindigkeit hab’ ich ebenfalls nix zu meckern. Aber dann: Sobald mir der erste Pixel ins Auge stach, konnte ich nicht mehr wegsehen. Es sieht einfach völlig gestrig aus. Man muss seine Augen erst mal wieder downgraden und fühlte sich sofort in die graue Vorzeit des Jahres 2011 zurückversetzt.

Etwas angewidert machte ich mich dann also auf zum Nexus 7. Mit wesentlich größerem Rahmen ums Display lag es da – und sah trotzdem sehr schmuck aus. Auch die Hände freuten sich – wenn auch nicht so sehr wie bei der Apple-Konkurrenz. Ich drückte also den On-Knopf (nachdem ich ihn gefunden hatte) – und siehe da: Ich mag Android immer noch genauso wenig wie zuvor. Zweifelsohne eine voll funktionales Betriebssystem mit toller Offenheit und ohne den oftmals nervigen Applezaun rundherum. Auch das Display wirkt mit seiner höheren Auflösung besser als das vom iPad Mini (auch wenn es an ein Retina Display wirklich nicht heran kommt). Aber ich kann mich einfach nicht mit dem Interface anfreunden. Es macht, dass ich es sofort wieder weglegen mag. Kein Drang irgendetwas zu öffnen oder irgendwo drauf rum zu tippen. Ich öffnete aber zumindest noch mal meinen Desktop-Lieblingsbrowser Chrome. Doch auch hier versagte das Nexus: Zu sehr an den Desktop angelehnt und viel zu viel Schnickischnack um die Webseiten herum. Weg damit! Ein absolut subjektives Urteil, das ist mir völlig klar – aber meine Apple-verwöhnten Augen und Finger möchten sich da einfach nicht länger mit beschäftigen.

Tja, da stehe ich jetzt – immer noch völligst Tabletlos. Android ist wieder einmal raus für mich. Amazon war – zumindest was non-E-Ink-Reader angeht – ebenfalls nach dem ersten Bildschirmeinschalten des Fire schon zuvor raus. Bleibt mir mal wieder nur Apple (Microsoft, deren aktuelle Ansätze ich sehr schätze, traue ich noch nicht ganz über den Weg – aber dazu schreibe ich bald auch mal was). Aber was mache ich jetzt? Großes und schweres iPad mit schönem Display oder kleines, leichtes iPad mit Vorgesternbildschirm? Ich weiß es noch nicht. Aber eines weiß ich ganz genau: Apple hat mich zum ersten Mal mit einem Produkt wirklich enttäuscht. Selbst wenn es “nur” am Display mangelt. Es wirkt unfertig. Und dabei war es doch gerade Apple, das mich erst an die tolle neue Displaywelt gewöhnt und alles andere Schrott genannt haben.

Als einzige Erklärung für diesen Schritt bleibt mir die Angst vor der Konkurrenz – aber auch dann schwebt wieder eine Frage im Raum: Warum 350 Euronen für die 16GB Variante ohne Wi-Fi? Bei Google und Amazon gibt’s die Teile für 199 Öcken. Ich konnte bisher nahezu alle strategischen Entscheidungen von Apple völlig nachvollziehen. Sie waren logisch und schienen sich genau danach zu richten, was die Konsumenten brauchten. Aber das iPad Mini? Tja, wer erklärt es mir?

Arbeiten | Digitales bei Egmont

EgmontSeit Juli 2012 berate ich die Egmont Verlagsgesellschaften in Köln zum Thema digitale Produktentwicklung. Mehr zu dem Thema darf ich jetzt aber auch leider gar nicht mehr sagen. Sonst wird mir mindestens der Mausfinger abgeknipst und das Internet gekappt. Und das passt mir grade gar nicht so gut.

Arbeiten | Ich bin der Herr deiner Angst

Ich bin der Herr deiner Angst“Ich bin der Herr deiner Angst” ist das Thriller-Debüt des deutschen Autoren Stephan M. Rother. Der Rowohlt Verlag plante hierzu eine große Marketingkampagne, welche zusätzlich zur Klassik auch auf alternative Maßnahmen setzen sollte. In einer ersten Brainstorming-Phase entwickelte ich als Teil von vm-people gemeinsam mit dem Verlag und dem Autor erste Ideen. Schnell wurde uns klar, dass dieser Thriller geradezu nach einem Alternate Reality Game (ARG) verlangte.

Der Roman selbst dreht sich um eine furchterregende Mordserie in Hamburg, die auf einen Killer aus den 80er Jahren verwies. Der “Traumfänger” brachte damals mehr als ein Dutzend Personen mithilfe ihrer Phobien um – uer neue Killer scheint nun dort anzusetzen, wo dieser aufhörte. Das Buch verrät aber nur sehr wenig Details aus der vergangenen Mordserie. Deshalb machten wir es uns zur Aufgabe, deutschen Thrillerfans im Vorfeld der Veröffentlichung des Buchs mehr über den Traumfänger zu erzählen.

Alles begann mit einer Postsendung an ausgewählte Influencer und Thrillerfans. Diese erhielten eine düstere Spielkarte, die eine Phobie darstellte. Wie genau diese Karte verpackt war, könnt ihr hier beim Unboxing sehen.

Insgesamt wurden neun verschiedene Karten versendet. Kombinierte man diese in der richtigen Reihenfolge, wurde ein Rätsel sichtbar, das auf die Webseite anxiferum.de verwies. Dort lief ein Countdown ab. Nach und nach wurde außerdem eine Landkarte sichtbar. Diese verwies auf eine Telefonzelle in Hamburg, an der sich zum Ende des Countdowns einige neugierige Personen versammelten. In der Zelle erwartete sie ein Handy, welches pünktlich zum Ablauf des Countdowns klingelte.

Zu diesem Zeitpunkt begann für sie ein Abenteuer, in dem sie nicht nur eine junge Journalistin retten, sondern sich auch ihrer eigenen Angst stellen mussten. Die Teilnehmer standen im direkten Kontakt mit einem Psychopathen, der sie immer wieder dazu zwang Aufgaben zu erledigen. Taten sie dies nicht, würde er der entführten Journalistin weitere Qualen zuführen. Doch es gab auch Hoffnung. Durch die Recherche auf Webseiten, in Videos und Tondokumenten stießen sie auf Verbündete. Mit der Hilfe dieser Zeitzeugen und Journalisten, schafften sie es, die schrecklichen Mordfälle der 80er Jahre zu ergründen. So konnten sie ihrem Gegenspieler immer weiter auf die Schliche kommen.

Drei ereignisreiche Wochen später, kam es zum Showdown. Der Entführer lud die Ermittler nach Hamburg zu einer “Vernissage” ein. Er hatte an Orten quer durch Hamburg verstreut, den einzelnen Morden des Traumfängers ein kleines “Kunstwerk” gewidmet. Diese furchteinflößenden Orte galt es nun aufzusuchen und ihr Geheimnis zu ergründen. Nur so konnten sie die Entführte retten. Und die Uhr tickte gnadenlos gegen sie.

Nach einer harten Tour und einer leider gescheiterten Rettungsaktion kam das ARG zu seinem Ende. Die Teilnehmer versammelten sich anschließend im Hamburger Eiskeller, in dem der Autor schon auf sie wartete. Stephan M. Rother las einige Passagen aus seinem am folgenden Tag erscheinenden Thriller “Ich bin der Herr deiner Angst” vor und der Tag kam zu einem geselligen Ende.

Was ich dabei gemacht habe

Ich entwickelte das Konzept in Absprache mit Amos und Thomas Zorbach. Zum Spielzeitpunkt übernahm ich die Rolle des leitenden Puppetmasters. Neben der Leitung und Steuerung produzierte ich weiterhin Inhalte wie Texte, Fotos, Videos und Tondokumente. Ich übernahm außerdem die Regie von Live-Events, platzierte Geocaches und tüftelte an Rätseln.

Blog | Gedrucktes Buch oder E-Book? Warum eigentlich nicht beides?

Buch oder E-Book?In Kürze

E-Books und gedruckte Bücher haben beide klare Vorteile. Aber müssen wir uns beim Kauf denn unbedingt zwischen beiden entscheiden? Ich finde nein. Was folgt, ist eine Argumentation für ein Bundle aus gedrucktem Buch und E-Book – sowohl aus Leser- als auch aus Verlagsperspektive.

Die Leserperspektive.

Auf der gerade zu Ende gegangenen Buchmesse ging es vor allem um eines: E-Books. Auch der deutsche Markt scheint mit den neuen Generationen der Reader von Amazon, Apple & Co langsam für eine elektronische Lesezukunft gerüstet. Der Börsenverein meldete gerade, dass bereits 11% der Deutschen elektronische Bücher lesen. Langsam ist also auch für den letzten Skeptiker absehbar, dass sich die Zukunft des Lesens zumindest zu einem großen Teil digital abspielen wird.

Was nun folgt, ist das, was zu jedem Umschwung der Rezeptionsgewohnheiten eines Publikums unabdingbar ist: Eine Geschmacksdiskussion. In der linken Ecke, in den schwarzen Trikots: Die Papierliebhaber. Für sie muss ein Buch nach Papier und Druckerschwärze riechen, fühlbar sein und im Regal stehen. In der rechten Ecke, in den bunten Hosen: Die Digitalverfechter. Für sie stehen Argumente wie die Überallverfügbarkeit, eine ganze Bibliothek in der Hosentasche und die Durchsuchbarkeit von Büchern im Vordergrund.

Dazwischen befinden sich Personen wie ich, die beiden Lagern etwas abgewinnen können. Wir, die Zwischenmenschen, möchten auf jeden Fall die praktischen Features des Neuen nutzen, verstehen aber auch das analoge Habenwollen und das Haptikargument. Für viele Texte, die gelesen werden müssen oder einfach nicht so wichtig sind, reicht uns ein E-Book völlig. Manche Bücher aber sind uns wichtig. Diese Lieblingsbücher möchten wir nicht nur lesen, sondern die edelste Ausgabe davon in unseren Händen halten und diese anfassen und ausstellen können.

Solche Lieblingsbücher werden in der Regel aber geradezu verschlungen. Und Bücher verschlingen findet nicht nur zu Hause statt, sondern auch in der Bahn, im Park oder in irgendeinem Wartezimmer – sprich: in Situationen, in denen man nicht unbedingt einen großen Wälzer mitschleppen möchte. Für solche Fälle wünschen wir uns, dass wir unser Lieblingsbuch auch als E-Book griffbereit hätten. So könnten wir unterwegs bequem auf dem E-Reader schmökern und uns zu Hause wieder mit dem gedruckten Buch in den Schaukelstuhl vor den Kamin hocken (oder wie auch immer ihr das macht).

Aktuell ist das jedoch bis auf Ausnahmen, auf die ich später noch einmal zu sprechen komme, nur mit einem doppelten Kostenaufwand möglich. Und weil ich mir nur sehr wenige Personen vorstellen kann, die wirklich zweimal für den gleichen Inhalt in unterschiedlichen Formaten zahlen würden, bleibt also nur die Qual der Wahl zwischen praktischem E-Book oder schönem Druckerzeugnis. Bei mir persönlich fällt diese Wahl im aktuellen Szenario meistens eher auf das E-Book, da mir der praktische Aspekt doch etwas wichtiger ist, als das Liebhaberstück.

Gäbe es aber ein Szenario, in dem das Liebhaberstück, also zumindest die teuerste Variante des Buchs, in Kombination mit einem E-Book verfügbar wäre, würde die Situation anders aussehen. Ich hätte nun die Wahl zwischen der günstigsten Variante, dem E-Book only, und einem gedruckten Liebhaberstück plus der praktischen Digitalvariante. Hier könnte ich bei Büchern, die ich gerne auch ins Regal stellen würde, zu dieser greifen, ohne auf die praktischen Features der neuen Lesewelt verzichten zu müssen. Und bei Büchern, die für mich mehr sind als nur ein Quick-Read, würde ich sehr häufig zu dieser Variante greifen.

Die Verlegerperspektive

Aus Verlegersicht ist es natürlich erstrebenswert das Format eines Buchs in den Vordergrund zu stellen, das den größten Gewinn abwirft. Aktuell ist das in den meisten Fällen das Hardcover. Je mehr sich das E-Book aber durchsetzt, desto mehr Personen werden vor der Entscheidung stehen, welche Variante sie denn jetzt lesen wollen. Und ich bin mir sicher, je weiter die Entwicklung fortschreitet, desto mehr werden sich die Kunden für die praktische elektronische Variante entscheiden. Das gedruckte Buch wird, ähnlich wie die Tonträger der Musikindustrie, immer mehr zum Premiumprodukt für Liebhaber.

Um also für die Zukunft gerüstet zu sein, sollten es sich die Verlage zur Aufgabe machen, diese Liebhaber zu halten. Sie sollten sie nicht vor die Entscheidung zwischen der klassischen Buchwelt und den neuen Möglichkeiten stellen, sondern ihnen beides bieten. Diese Kunden sind bereit dazu, für die teuerste Variante eines Textes zu bezahlen. Es wäre nur fair, ihnen die nahezu kostenneutral zu vertreibende elektronische Variante, die für viele Lesesituationen klare Vorteile bietet, ebenfalls bereitzustellen. Schließlich bezahlen sie in erster Linie für einen Inhalt und nicht für ein Medium an sich.

Wie das funktionieren kann, zeigt der Berliner Verlag Haffmanns & Tolkemitt seit Anfang diesen Jahres mit der Serie HardcoverPlus. Jedes Hardcover des Verlags mit der entsprechenden Bezeichnung auf dem Cover, kommt nun mit einem gratis E-Book. Auf der Webseite des Verlags, ist die Vorgehensweise wie folgt begründet:

„Ab jetzt sind Bücher und E-Books kein Entweder-oder mehr, denn Leser schätzen beides. Nach einem Tag am Bildschirm liest man im Bett lieber ein echtes Buch, auf dem Weg zur Arbeit kann man dann im Reader darin weiterlesen. Bücher, die man liebt, möchte man auch weiterhin im Regal stehen haben oder verschenken können, aber in den Wanderurlaub nimmt man lieber die Bibliothek auf dem iPad mit.“

Auch Rowohlt hat mit den neuen Buch von Sascha Lobo und Kathrin Passig „Internet – Segen oder Fluch?“ ein Pilotprojekt in diese Richtung gestartet. Bei beiden Verlagen findet sich hinten im Buch ein Downloadcode. Gibt man diesen auf der Webseite des jeweiligen Verlags ein, kann man sich das E-Book in verschiedenen Formaten gratis herunterladen. Dieser Code funktioniert jeweils nur ein- oder wenige Male und verhindert somit das Verteilen auf Downloadportalen.

Aus meiner Perspektive ist das die Zukunft. Ich bin mir aber sicher, dass bei solchen Hybridlösungen die Alarmglocken vieler Verleger angehen, die entweder eine Kannibalisierung befürchten oder aber eine Mehrfachverwertung gefährdet sehen. Diese Befürchtungen eliminieren sich für mich aber bei genauerem Hinsehen. Eine Kannibalisierung könnte befürchtet werden, weil man so ja dem Leser gedruckter Bücher E-Books schmackhaft machen könnte und diese langfristig daran „verliere“. Das mag im Einzelfall zutreffen, jedoch werden Leser in den kommenden Jahren immer mehr mit E-Books konfrontiert werden und auf die eine oder andere Weise ausprobieren. Diese Kunden würden früher oder später ohnehin umsteigen. Eine Bundle-Variante würde aber Lesern, die E-Books schon kennen und schätzen einen Anker zurück in die analoge Welt bieten.

Die Mehrfachverwertung, also der gleichzeitige Verkauf von sowohl einem gedruckten Buch, als auch einem E-Book an den gleichen Kunden, ist nach meiner Ansicht ein Verleger-Wunschdenken. Hier werden die Kunden des gedruckten Buchs wohl eher zu einer illegalen digitalen Version greifen, als noch einmal Geld für einen Inhalt ausgeben, den sie ja bereits erworben haben.

Die Kosten

Als letztes ist natürlich noch der Kostenfaktor zu bedenken. Liegen die Rechte für eine E-Book-Veröffentlichung vor, wird dieses zum separaten Vertrieb ohnehin erstellt. Dieser Punkt fällt also nicht ins Gewicht. Es bleibt aber noch der Faktor des kontrollierten Vertriebs. Hier müsste die eigene Webseite erweitert werden, damit ein Downloadcodemanagement möglich wird. Außerdem müssen einzigartige Codes in das Buch eingedruckt werden. Diese Punkte verursachen Kosten – auch wenn sie keine astronomischen Dimensionen annehmen werden.

Die Frage, die sich nun stellt, ist die eines Aufpreises. Sollten die Kosten eines Bundles an die Endkunden weitergegeben oder als Investition in die Zukunft des gedruckten Buchs betrachtet werden. Haffmans & Tolkemitt und Rowohlt vertreiben ihre Exemplare ohne Mehrkosten. Es gibt jeweils nur die Buch + E-Book-Variante. Eine Print-only Variante fehlt. Anzudenken wäre natürlich, ob es diese auch noch geben sollte – etwas günstiger als die Bundle-Variante.

Ich denke, dass Kunden bereit wären, einen geringen Zusatzbetrag für ein Bundle aus Buch und E-Book zu bezahlen – ich zumindest wäre es. Allerdings nur aus einer Freude heraus, dass so etwas nun endlich irgendwie geht. Ein schlechter Beigeschmack aber würde bleiben. Dieser entstünde aus dem bereits zuvor erwähnten Grund, dass ich als Kunde ja bereits für die teuerste Variante eines Buches zu zahlen bereit bin – und damit den Kern, also den Inhalt, bereits erworben habe.

Ein kundenfreundliches Denken würde also für den Weg sprechen, den Haffmanns & Tolkemitt und Rowohlt ebenfalls eingeschlagen haben – also das zusätzliche E-Book ohne Aufpreis zur Verfügung zu stellen.

Exkurs zum Schluss: Ein Blick auf die Musikindustrie

Die Diskussion zwischen Druckverfechtern und E-Book-Freunden weckt bei mir immer wieder Erinnerungen an die Musikfans der beginnenden 00er-Jahre. Auch dort gab es die Argumente Haptik und physische Präsenz vs. nahezu unendlichen digitalen Speicher und Tragbarkeit.

Einige Jahre später gibt es noch immer beides. Trotzdem hat sich vieles verändert: Das praktischste Format, die MP3 ist zum meistgenutzten Format geworden und verdrängt den einstigen Platzhirsch CD immer weiter. Die fast schon totgeglaubten Formate LP und Tape feiern allerdings eine Renaissance. Und der Grund dazu ist nicht, dass sich die Käufer dieser „antiken“ Formate von der digitalen Welt abschirmen würden. Auch LP-Käufer möchten nicht darauf verzichten, ihre Lieblingsalben auch unterwegs hören zu können. Das funktioniert zum einen dadurch, dass die gekauften Alben entweder konvertiert, zusätzlich illegal heruntergeladen oder über einen Streamingdienst wie Spotify gehört werden.

Zum anderen aber, haben zumindest Teile der so lange MP3-feindlichen Musikindustrie den Trend erkannt und liefern schon länger Downloadcodes mit ihren analogen Datenträgern mit. Und so finde ich immer häufiger wieder LPs und Plattenspieler bei meinen Musikfreunden. Denn diese haben gerade durch die Möglichkeit sowohl in der analogen, als auch in der digitalen Welt ihre Musik zu genießen, den Reiz der edlen LP wieder für sich entdeckt.

 

Blog | funkensektor: finally!

fnknsktrSchampus! Der Funkensektor hat Inhalte!

Dass dieser Tag jemals kommen würde, habe ich selbst eine sehr lange Zeit bezweifelt. DieDomain nutze ich seit 2005 für meine E-Mails. Ansonsten hat sich hier aber nicht so wirklich viel getan. Diese Zeiten sind jetzt abervorbei. Ab sofort nehme ich mir vor, diese Webseite und vor allem den Blogteil regelmäßig zu pflegen. Schauen wir doch mal, ob dieser Plan funktioniert …

Alle Einträge unter diesem habe ich ursprünglich auf meinem Posterous-Account veröffentlicht.

Arbeiten | Finding Becca (2011)

 

whisper island | bildrechte liegen bei egmont INK
Die Krimi-Erfolgsautorin Elizabeth George schrieb mit “Whisper Island – Sturmwarnung” ihren ersten Jugendroman, der im neugegründeten Verlag Egmont INK erscheinen sollte. Um den Titel und den neuen Verlag bekannt zu machen, inszenierten wir bei vm-people einen “literarischen Roadtrip“, der die Zielgruppe auf eine interaktive Reise ins Buch entführte.

Wir entschieden uns keinen direkten Part aus dem Buch zu erzählen oder zu erweitern, sondern einen eigenen Charakter einzuführen: Mara. Nach einem gescheiterten Urlaubsversuch mit ihrem besten Freund und einer Freundin, befindet sich die junge Berlinerin auf einem Roadtrip entlang der US-Westküste. Sie findet dort das Tagebuch von Becca, der Protagonistin aus “Whisper Island”. Mara findet heraus, dass Becca auf genau der gleichen Strecke wie sie unterwegs war – allerdings auf der Flucht. Sie verfolgt ihre Spuren und erfährt so immer mehr über das mysteriöse Mädchen.

maras tumblrUm die junge Zielgruppe ideal zu erreichen ließen wir Mara “live” von ihrer Reise bloggen. Auf ihrem Tublr-Blog “Roadtrip to myself” postete sie Texte, Fotos, Musik und Illustrationen, die von ihrer Reise berichteten. Der Blog konnte direkt auf Tumblr, aber auch über die Webseite finding-becca.de aufgerufen werden. Dort konnte Maras Geschichte nicht nur “live” mitgelesen werden, sondern es warteten auch Aufgaben auf die Teilnehmer, die sie noch tiefer in Maras und Beccas Geschichte entführten.

Um die Aufgaben zu lösen, mussten Webseiten gefunden, Orte auf Google StreetView entdeckt und Hinweise analysiert werden. Diese Hinweise befanden sich allesamt in Beccas Tagebuch, das auf der Webseite vollständig einsehbar war. Lösten die Teilnehmer alle Aufgaben, nahmen sie an einem Gewinnspiel teil. Der Hauptpreis: Eine Reise in die USA.

beccas tagebuchIm Vorfeld der Aktion casteten wir außerdem junge Illustratorinnen aus der Zielgruppe, die Mara eine eigene künstlerische Sprache verliehen.

Was ich dabei gemacht habe

Gemeinsam mit Amos entwickelte ich das Konzept. Ich skizzierte Maras Reise und Beccas zusätzliche Erlebnisse auf ihrer Flucht. Mit diesem groben Handlungsrahmen im Gepäck reiste ich mit meiner sehr geschätzten Projektmanagerin Stephanie Bagehorn in die USA um der Geschichte durch Fotos, Mitbringsel und Anpassungen an die lokalen Begebenheiten Leben einzuhauchen.

Im Anschluss an die Reise präparierte ich die einzelnen Beiträge und brachte sie gemeinsam mit der Autorin Simone Veenstra in die finale Form. Während der Aktion passte ich die skizzierten Rätsel an die Aktivitäten und das Feedback der Community an und überwachte den Ablauf.